Das erste Mal mit einem Santoku in der Hand ist eine kleine Überraschung. Die Klinge ist kürzer als ein europäisches Kochmesser, breiter, fast rechteckig — und leichter. Man schneidet anders damit: nicht wiegend, sondern ziehend, das Handgelenk führt, die Schneide gleitet. Nach drei Minuten versteht man, warum in japanischen Küchen seit Jahrhunderten so gekocht wird.
Das Yatagan ist die osteuropäisch-orientalische Verwandte — eine geschwungene Klinge, die in der traditionellen türkischen, griechischen und balkanischen Küche zuhause ist. Weniger bekannt als das Santoku, aber in der Hand genauso überzeugend.
Herder Windmühlenmesser aus Solingen
In Solingen stellt Herder Windmühlenmesser seit 1872 Klingen her — und die Santoku- und Yatagan-Linien zeigen, dass europäisches Messerhandwerk asiatische Formen genauso gut beherrscht. Die Klingen sind dünn ausgeschliffen, oft aus rostfreiem Solinger Stahl, manchmal aus Carbonstahl (für die, die es traditionell mögen). Der Griff ist aus Holz, meist Pflaumen- oder Kirschholz, und nimmt mit den Jahren die Spur der Hand auf, die ihn hält.
Der Unterschied im Alltag
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Santoku — „drei Tugenden" (Fleisch, Fisch, Gemüse). Breite, rechteckige Klinge, ideal für ziehendes Schneiden.
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Yatagan — geschwungene Klinge, für das klassische Wiegeschnitt-Schneiden aus der Balkan-Küche.
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Nakiri — das reine Gemüsemesser, noch breiter als das Santoku.
Für wen ein Santoku passt: Wer viel Gemüse schneidet, wer gerne frische Salate, Wokgerichte oder asiatische Küche kocht, wird den Wechsel zum Santoku nach wenigen Tagen nicht mehr rückgängig machen. Wer viel Fleisch mit Knochen zerteilt, schweres Wurzelgemüse spaltet oder unsichere Schnitttechnik hat, bleibt besser beim robusten europäischen Kochmesser. Beide Welten haben ihre Berechtigung.
Siehe auch: Kochmesser, Messerzubehör & Schärfen.