Ooni. Die Marke, die den Pizzaofen aus der Pizzeria in den Garten gebracht hat.
Ooni ist eine schottische Pizzaofen-Marke, gegründet 2012 in Edinburgh. Das Sortiment besteht aus kompakten Outdoor-Pizzaöfen für den Heimgebrauch — gas-, holz-, pellet- oder elektrobetrieben — sowie dem passenden Zubehör vom Schaufel bis zum Spiralmixer. Kein Bauofen-Hersteller, kein Grill-Allrounder, keine Industrieküchenausstatter.
Ooni ist die Marke, die einen Typus Pizzaofen erfunden hat, den es vorher so nicht gab: einen Ofen für den eigenen Garten, der dieselbe Hitze liefert wie eine italienische Pizzeria, aber klein genug ist, dass er nicht eingemauert werden muss. Wer zum ersten Mal einen Ooni-Ofen zündet und die Flamme nach zwanzig Minuten die Steinoberfläche auf 450 Grad bringt, versteht, warum sich eine ganze Generation Hobby-Pizzabäcker in die kurze Form dieses Ofens verliebt hat. Nicht weil er das Pizzabacken vereinfacht — das tut er nur bedingt — sondern weil er die Temperaturen erreicht, die eine echte Pizza napoletana überhaupt erst möglich machen.
Aus Edinburgh — wie aus einem Problem eine Marke wurde
Die Gründungsgeschichte von Ooni liest sich wie die vieler junger Marken: Am Anfang stand ein Frust. Kristian Tapaninaho, ein Finne in Schottland, wollte zu Hause die Pizzen backen, die er aus italienischen Restaurants kannte. Der Pizzastein im Haushaltsbackofen lieferte nicht einmal annähernd das Ergebnis — die Temperatur blieb zu niedrig, die Unterhitze zu schwach, der Teig wurde trocken statt kross. In den Baumärkten fand er nur zwei Kategorien: massive gemauerte Öfen für vierstellige Beträge oder Gartengrills, die nie über 300 Grad kamen. Dazwischen: nichts. Also baute er einen eigenen Prototyp. Sein erstes Modell — noch unter dem Namen „Uuni" — ging 2012 über Kickstarter online. Die Kampagne übertraf alle Erwartungen, und aus dem Prototyp wurde ein Unternehmen. 2018 benannte Kristian Tapaninaho zusammen mit seiner Frau Darina Garland die Firma in „Ooni" um — einfacher auszusprechen für englischsprachige Kunden, dieselbe Idee dahinter.
Heute sitzt Ooni in Broxburn bei Edinburgh. Das Sortiment ist gewachsen, aber die Grundidee ist geblieben: kompakte, erschwingliche Öfen, die echte Pizza napoletana ermöglichen — auf dem Balkon, im Garten, beim Camping, überall dort, wo man einen festen Untergrund und eine Gasflasche oder eine Handvoll Holzpellets dabei hat.
Das Ofen-Prinzip. Warum ein Ooni anders heiß wird
Ein klassischer Haushaltsbackofen kommt auf 250, vielleicht 275 Grad. Ein Ooni erreicht 450 bis 500 Grad — und das nicht irgendwo in der Kammer, sondern genau dort, wo die Pizza liegt: auf einem Cordierit-Stein, der direkt unter einer offenen Flamme ausgeheizt wird. Diese Hitze erreicht eine Pizza napoletana in 60 bis 90 Sekunden. Der Teig geht auf, der Rand wird blasig-kross, der Käse schmilzt, bevor die Tomatensauce austrocknet. Wer einmal den Unterschied zwischen einer Pizza aus dem Haushaltsbackofen und einer aus dem Ooni gegessen hat, versteht, warum Temperatur beim Pizzabacken der Kernfaktor ist — und warum alle anderen Zutaten (Mehl, Hefe, Wasser, Tomate, Mozzarella) nur mit der richtigen Hitze zu ihrem vollen Potenzial kommen.
Der Trick bei Ooni ist die Konstruktion: ein schmaler Brennraum, ein Stein nahe an der Flamme, eine Isolierung, die die Hitze drinnen hält, ohne dass das Außengehäuse sich verformt. Die Öfen sind aus pulverbeschichtetem Stahl, wiegen zwischen 10 und 30 Kilogramm und können von einer erwachsenen Person allein getragen werden. Kein Betonieren, kein Mauern, kein Fundament — Ofen aufstellen, Gasflasche anschließen oder Pellets einfüllen, zünden, 20 Minuten warten, backen.
Die Produktfamilien. Ein Überblick
Das Sortiment teilt sich in fünf Reihen, jede mit einer eigenen Brennstoff-Logik und einer eigenen Zielgruppe.
Koda — die Gas-Linie. Die Koda-Öfen sind propangasbetrieben, zünden per Knopfdruck und sind ohne Werkzeug einsatzbereit. Für alle, die den Ofen schnell aufheizen wollen, ohne Holz oder Pellets organisieren zu müssen. Aktuelle Modelle reichen vom kompakten Koda 12 für einzelne Pizzen bis zum Koda 2 Max mit 24-Zoll-Backfläche für große Familien-Pizzen. Die mittlere Stufe, der Koda 16, ist das meistverkaufte Modell: 16-Zoll-Backfläche, L-förmiger Brenner, der die Hitze gleichmäßig über die gesamte Steinoberfläche verteilt. Der Koda 2 Pro, das aktuelle Flaggschiff der mittleren Größe, hat zwei separat regelbare Brennerzonen — vorn und hinten lassen sich unabhängig voneinander regulieren, damit der Teig nicht auf einer Seite verbrennt, während die andere noch roh ist.
Karu — die Multi-Fuel-Linie. Die Karu-Öfen sind von Werk aus für Holz und Holzkohle ausgelegt, optional lässt sich ein Gasbrenner als Zubehör nachrüsten. Für alle, die den typischen Holzfeuer-Geschmack wollen, aber die Option offen halten, mal eben schnell mit Gas zu backen, wenn das Holz nicht vorbereitet ist. Der Karu 12G ist das Einstiegsmodell, der Karu 2 Pro der aktuelle große Bruder mit 16-Zoll-Backfläche und erweiterter Brennkammer. Multi-Fuel bedeutet in der Praxis: ein Ofen, drei Brennstoffe, der Rauchgeschmack, wenn man ihn will, die Sauberkeit von Gas, wenn der Nachbar beschwert.
Fyra — die Pellet-Linie. Der Fyra 12 ist ein Holzpellet-Ofen, kompakt, für 12-Zoll-Pizzen ausgelegt, der Klassiker für alle, die den Rauchgeschmack ohne den logistischen Aufwand von Holzscheiten haben wollen. Pellets werden oben eingefüllt, rutschen automatisch nach, der Ofen hält die Temperatur über lange Backphasen stabil. Für Familien, die an einem Abend 15 oder 20 Pizzen backen, ist der Fyra der logische Ofen — wenig Nachlegen, konstante Hitze, Rauchnote im Teig.
Volt — die Elektro-Linie. Die Volt-Öfen (Volt 12, Volt 2) sind die einzigen Ooni-Öfen, die auch in Innenräumen betrieben werden dürfen. Sie laufen an einer normalen 230-Volt-Steckdose und erreichen knapp unter 450 Grad — nicht ganz so heiß wie die Gas- und Holzöfen, aber deutlich heißer als jeder Haushaltsbackofen. Für Küchen ohne Gartenbezug, für Wohnungen in Hochhäusern, für Wintermonate, in denen der Garten nicht nutzbar ist. Der Volt 2 wurde 2025 in die Oprah's Favorite Things-Liste aufgenommen.
Halo Pro — der Spiralteigmischer. Kein Ofen, aber das logische Gegenstück: Wer seinen Ooni-Ofen ernst nimmt, kommt irgendwann an den Punkt, an dem die händische Teigknetung nicht mehr reicht. Der Halo Pro ist die dazu passende Teigknetmaschine, entwickelt für hochhydratisierte Pizzateige bis 5 Kilogramm Ansatz. Spiralhaken, patentierter abnehmbarer Teigbrecher, 7,3-Liter-Edelstahlschüssel, 58 Geschwindigkeitsstufen. In zwei Farbvarianten — Polar White für helle Küchen, Charcoal Grey für dunkle.
Das Zubehör — was zum Ofen dazugehört
Ein Ooni-Ofen allein macht noch keine Pizza. Das Zubehör-Sortiment umfasst alles, was zwischen der Teigschüssel und dem Esstisch passiert: Pizzaschaufeln in verschiedenen Längen und Formen (für das Einschieben, das Wenden, das Herausnehmen), Ersatzsteine, Abdeckhauben in Maßanfertigung pro Ofenmodell, Klapptische und Modultische als Unterbau, Teigwerkzeuge für Schüssel und Arbeitsplatte, Hitzebeständige Handschuhe und Belegstationen für die Vorbereitung. Jedes Zubehörstück ist auf die konkreten Situationen zugeschnitten, die beim Heim-Pizzabacken auftreten — keine Universalware aus dem Grill-Regal, sondern spezifisch für Pizzaöfen entwickelt.
Ein Beispiel: Die Abdeckhauben sind pro Modell einzeln zugeschnitten. Für den Koda 2 Max gibt es eine eigene Haube, für den Koda 16 eine andere, für die Volt-Reihe wieder andere. Der Grund ist nicht Marketing, sondern Passform: Eine Universal-Haube lässt Spalten, durch die Regen eindringt, oder spannt sich an Auslaufstutzen der Brennerzuleitung. Eine modell-spezifische Haube sitzt ohne Überstand. Das gleiche Prinzip gilt für die Pizzaschaufeln — verschiedene Längen für verschiedene Ofentiefen, gelochte Versionen für leichteres Ablösen, Wendeheber mit kürzerem Griff für das Drehen der Pizza im Ofen.
Welcher Ofen zu wem passt
Die Entscheidung zwischen den Brennstoff-Varianten fällt oft nicht über die Pizza selbst, sondern über die Nutzungssituation. Wer schnell backen will und keine Lust auf Holzhandling hat, kauft einen Koda. Wer den typischen Rauchgeschmack mag und bereit ist, Holz oder Pellets vorzuhalten, greift zur Karu oder Fyra. Wer keinen Garten hat oder im Winter drinnen backen will, nimmt einen Volt. Wer oft reist oder den Ofen zwischen Standorten bewegt, prüft Gewicht und Klapptisch-Verfügbarkeit.
Die Größe orientiert sich an der Pizzenzahl: Ein 12-Zoll-Ofen backt Pizzen für zwei bis drei Personen in Serie, ein 16-Zoll-Ofen reicht für sechs bis acht Gäste ohne lange Wartezeit, ein 24-Zoll-Ofen (Koda 2 Max) schafft auch größere Geburtstagsrunden. Die meisten Erstkäufer unterschätzen die Größe ihres späteren Einsatzgebiets — wer einmal den Ofen besitzt, backt häufiger und mit mehr Gästen als geplant. Im Zweifel lohnt es sich, eine Größe höher zu greifen, statt nach einem Jahr nachzurüsten.
Ooni im Sortiment von genussland
Ooni ist bei uns ein Kern-Sortiment für alle, die Pizza nicht als Beilage verstehen, sondern als eigenen Kochanlass. Die Marke passt zur Idee dieses Shops: Werkzeug, das nicht vorgibt, alles zu können, sondern eine Sache richtig macht. Ein Ooni-Ofen ist kein Allround-Gartengrill mit Pizzastein-Funktion, sondern ein Ofen, der für genau eine Aufgabe konstruiert wurde — und die deswegen besser kann als alle Allround-Geräte zusammen. Wer das verstanden hat, weiß, warum das Sortiment hier seinen eigenen Bereich hat. Die Zubehörstücke sind so gewählt, dass niemand nach dem Ofenkauf noch zwei weitere Shops durchsuchen muss, um die passende Schaufel, die richtige Haube oder den Klapptisch zu finden.
Wer sich zum ersten Mal mit Pizzaöfen beschäftigt, findet hier neben den Öfen auch die Grundlagen: die passenden Schaufeln, die Steine, die Teigwerkzeuge. Wer schon Erfahrung hat, stößt auf die Spezialitäten — den Halo Pro, die Modultische, die modell-spezifischen Abdeckhauben.
Ooni ist nicht für alle, die einmal im Sommer Pizza machen wollen. Ooni ist für alle, die verstanden haben, dass Pizza zu Hause nur mit echter Hitze funktioniert — und die bereit sind, dafür einen dedizierten Ofen in den Garten zu stellen.