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Cà dei Frati

Pratto Weißweincuvée – 2024

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Pratto 2024 von Cà dei Frati. Späte Lese, neuer Schliff, deutlich weniger Restzucker.

Pratto 2024 ist die historische Weißwein-Cuvée des Weinguts Cà dei Frati aus Lugana di Sirmione, gewonnen aus später Lese von Turbiana, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Keine Dessert-Spätlese, kein süßer Likörwein, kein klassisch süffiger Lugana.

Pratto 2024 ist eine trockene Weißweincuvée des Familienweinguts Cà dei Frati am Südufer des Gardasees. Die Cuvée vereint Turbiana, Chardonnay und Sauvignon Blanc aus später Lese. Im aktuellen Jahrgang hat die Familie Dal Cero den Restzucker fast halbiert — von 17 auf 9 Gramm pro Liter. Das verschiebt den ganzen Wein. Wo früher eine spürbare Schmelze die Stilistik prägte, steht jetzt ein klar konturiertes, mineralisches Profil. Die Weißweincuvée ist damit aus dem Schatten der süßlicheren Spätlesen herausgetreten. Sie positioniert sich heute als vielseitiger Essensbegleiter — bei vollem Lese-Charakter.

Tropische Frucht über einem mineralischen Gerüst

Im Glas zeigt sich der Wein in dichtem Strohgelb mit goldenen Reflexen. Die Nase öffnet mit Ananas, Maracuja und Mango. Dahinter folgen gelbe Steinobst-Noten und ein Hauch frisch gemähten Grases. Darunter liegt eine kühle, fast salzige Mineralität, wie sie der lehmig-kalkige Moränenboden der Lugana mit sich bringt.

Am Gaumen kommt die Frucht zunächst weich, fast cremig. Dann gerät der Wein unter Spannung: Die 9 g/l Restzucker werden von einer präsenten Säure und einer feinen Salinität gerahmt. Der Sauvignon Blanc bringt Zug, die Turbiana die Substanz, der Chardonnay den Schmelz. Der Abgang ist lang, vegetal-mineralisch, mit einer dezenten Bitternote von Zitrusschale.

Wer einen schlanken, säurebetonten Lugana im Stil eines klassischen Einstiegs-Weißweins erwartet, wird die Cuvée als zu komplex und zu körperreich empfinden. Ebenso wenig findet man hier den opulenten Barrique-Stil früherer Jahrgänge — der Holzfass-Ausbau wurde in den letzten Jahren bewusst zurückgenommen. Für reine Aperitif-Trinker ist der Wein nicht geeignet.

Vom Aperitif bis zum gereiften Käse

Die Cuvée entfaltet sich am vollsten bei 8 bis 10 °C. Servieren Sie aus einem bauchigen Weißweinglas. Die Glasform ist hier nicht gleichgültig. Ein schmaler Lugana-Kelch klemmt die tropischen Aromen ab und lässt die Tiefe verkümmern.

Als Speisenbegleiter spielt der Wein auf der ganzen Klaviatur. Zu gebratenem Saibling mit Mandelbutter passt er ebenso wie zu gegrilltem Pulpo auf weißen Bohnen. Auch ein Risotto mit Steinpilzen oder geräucherter Schwarzwälder Schinken über reifer Honigmelone profitieren von seiner Säure-Frucht-Achse. Zu Foie-gras-Canapés und zu kräftigen Antipasti mit eingelegtem Gemüse zeigt er seine ganze Bandbreite. Im Käsegang ist er der natürliche Partner zu reifem Bergkäse, einem zwölf Monate gereiften Pecorino oder einem cremigen Gorgonzola dolce. Auch zu leicht süßlicher Asiaküche, etwa einem Thai-Curry mit Garnelen, baut die Cuvée eine selten gelingende Brücke.

Gut zu wissen: Wegen der späten Lese sollten Sie diesen Wein nicht zu jung trinken. Ein bis zwei Jahre Flaschenruhe glätten den letzten Bitternachhall. Sie vertiefen außerdem die Honig- und Trockenfrucht-Noten. Geöffnet hält die Cuvée sich, im Kühlschrank verschlossen, problemlos zwei bis drei Tage. Am zweiten Abend zeigt sie oft sogar mehr Tiefe. Für ein hauseigenes Cross-Tasting empfehlen wir den jüngeren I Frati Lugana 2025 und den dichteren Brolettino Lugana DOC 2024 aus dem gleichen Haus.

Die historische Cuvée der Familie Dal Cero

Der Name steht für eines der ältesten Etiketten von Cà dei Frati. Gegründet wurde diese Cuvée in den achtziger Jahren von Pietro Dal Cero. Er gehörte 1969 zu den Mitbegründern der DOC Lugana und hat das Profil der Region maßgeblich geprägt. Schon damals war die Idee, drei Rebsorten gemeinsam spät zu lesen, ungewöhnlich. Daraus wurde ein eigenständiger Wein jenseits des reinen Lugana-Stils, ein Aushängeschild für einen neuen Weg des Weinguts.

Die Trauben bleiben bis weit in den Oktober hinein an den Stöcken. Diese zusätzlichen Tage konzentrieren Aroma und Extrakt. Gleichzeitig verhindert das milde Mikroklima am Südufer des Gardasees, dass die Säure verloren geht. Turbiana und Chardonnay werden in großen Stahltanks vinifiziert. Der Sauvignon Blanc wird separat ebenfalls im Stahl ausgebaut, um seine grüne Frische zu bewahren. Erst nach Monaten der Reife auf der Feinhefe entsteht das finale Cuvée. 2024 hat die Familie zudem den Restzucker konsequent gesenkt. Ziel war ein klarer, schlanker, essensfreundlicher Wein — eine Entscheidung, die das Glas sichtbar trägt.

Die Bezeichnung „vendemmia tardiva" — späte Lese — wird in Italien meist mit Süßweinen verbunden. Cà dei Frati interpretiert sie hier bewusst gegen den Strich: als Mittel zur Konzentration, nicht zur Süße. Die historisch hohen Restzucker-Werte wichen in der jüngsten Stilistik einer trockenen, mineralisch geprägten Cuvée. Wer den klassischen, leicht süßen Pratto früherer Jahre erwartet, wird einen merklich anderen Wein vorfinden. Die Stilistik ist heute deutlich näher an einem reifen, körperreichen Weißburgunder als an einer süßen italienischen Spätlese.

Die Lugana selbst ist eine eigenwillige Appellation. Sie liegt am Südufer des Gardasees, verteilt auf die Provinzen Brescia und Verona, und gilt mit gerade einmal rund 2.000 Hektar als überschaubares Anbaugebiet. Der Boden ist von eiszeitlichen Moränenablagerungen geprägt. Lehm, Kalk und mineralische Tone halten Wasser. Sie bringen die für die Region typische salzig-mineralische Note in den Wein. Die Reben profitieren von einem milden Seeklima, das die Säure auch in heißen Jahrgängen schützt. Diese Bedingungen erklären, warum gerade hier ein später gelesener Wein nicht in eine breite Süße kippt, sondern eine spannungsreiche, frische Tiefe bewahrt. Die Turbiana, lange als regionale Spielart des Trebbiano geführt und seit 2011 als eigenständige Sorte anerkannt, ist der aromatische Anker dieser Stilistik. Sie liefert dichte gelbe Fruchtnoten und eine kalkige Würze. In der Cuvée gewinnt sie durch den Chardonnay an Schmelz und durch den Sauvignon Blanc an Frische.

Eine Spätlese, die zu Tisch gehört

Was dieses Etikett grundlegend von anderen Spätlesen unterscheidet, ist sein Selbstverständnis. Es geht nicht um den süßen Solisten zum Dessert. Es geht um den vielschichtigen Essensbegleiter, der die Konzentration der späten Lese mit der Trockenheit eines gehobenen Essensweins verbindet. Genau in diesem Spannungsfeld liegt der Reiz. Als Gastgeber-Wein eignet er sich für ein mehrgängiges Menü, in dem die Speisen Akzente setzen — von leicht bis kräftig, von Fisch bis Käse. Der Wein muss zwischen den Gängen nicht gewechselt werden. Als Geschenk spricht er Weinliebhaber an, die das Profil der Lugana bereits kennen. Wer sehen möchte, wie weit sich die Region jenseits ihres bekannten Sortenstils denken lässt, findet hier eine eigene Antwort.

Eine Cuvée für Gastgeber, die einen Wein über den ganzen Abend tragen möchten — ohne ihn zwischen Vorspeise und Käse wechseln zu müssen.

Cà dei Frati

In unserem Online-Shop kannst Du die Weine von Cà dei Frati aus Sirmione am Gardasee entdecken: vom frischen Il Frati Lugana über den holzgereiften Brolettino, den eleganten Rosa dei Frati bis zum kräftigen Rotwein Ronchedone. Cà dei Frati steht für exzellente Weine mit Tradition seit 1939.


Nährwertangaben

Nährwertangaben je

100g / ml

Alkoholgehalt

Alkoholgehalt

% vol

Zutaten

Allergene

Sulfite

Inverkehrbringer

Cà dei Frati
Az. Agr. Cà dei Frati
Via Frati, 22, 25019 Lugana di Sirmione (BS), Italien

+39 030 919468
info@cadeifrati.it
cadeifrati.it