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Antica Bottega Siciliana

Sizilianische Zitronenmarmelade

Säurebetonter Fruchtaufstrich aus Trapani, herb, ohne Geliermittel

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Sizilianische Zitronenmarmelade. Säure zuerst, Süße danach, Westsizilien im Glas.

Sizilianische Zitronenmarmelade von Antica Bottega Siciliana ist ein säurebetonter Fruchtaufstrich aus Pulpe und Schale der Zitronensorte Zagara Bianca, gewachsen in den Hügeln um Trapani. Kein mildes Frühstücksgelee, keine gelierte Industrieware, kein Ersatz für frische Zitronen.

Sizilianische Zitronenmarmelade ist ein Fruchtaufstrich der Antica Bottega Siciliana, für den Fruchtfleisch und Schale sizilianischer Zagara-Bianca-Zitronen langsam mit Zucker eingekocht werden. Marmelade steht gewöhnlich für Süße — dieses Glas dreht das Verhältnis um. Hier führt die Zitrone, der Zucker begleitet. Er ist knapp kalkuliert: gerade genug, um die Frucht zu tragen und haltbar zu machen. Ein Löffel davon schmeckt nach dem Westen Siziliens: nach Küstenwind, hellem Kalkboden und voll ausgereiften Früchten. Wer sie probiert, versteht, warum Sizilianer die Zitrone als Frucht ernst nehmen — nicht als Garnitur. Genau das trennt einen Zuckeraufstrich mit Zitronennote von einem Glas, das nach Ernte schmeckt.

Herb, klar und näher an der Frucht als am Zucker

Diese Zitronenmarmelade schmeckt zuerst nach Frucht, dann erst süß. Helle Säure führt, saftige Pulpe gibt ihr Körper, eine herbe Schalennote klingt nach. Im Glas leuchtet sie blassgold, durchzogen von schmalen Schalenstreifen.

Die Konsistenz ist geschmeidig und löffelweich, nicht schnittfest — eine Folge des Verzichts auf zugesetzte Geliermittel. Beim Umrühren steigt der Duft ätherischer Öle auf, wie von frisch abgeriebener Zitronenschale. Am Gaumen steht die Säure vorn: klar, geradlinig, präsent.

Die Süße folgt als Stütze, nicht als Hauptdarstellerin. Sensorisch liegt das Ergebnis näher an einer Zitrustarte als an Konfitüre. Kalt aus dem Kühlschrank wirkt die Säure straffer, bei Zimmertemperatur treten Duft und Süße deutlicher hervor.

Zum Schluss meldet sich die Schale mit einer feinen Bitternote, die an Zitronenzesten erinnert — nicht an die Wucht einer Grapefruit. Auf der Skala zwischen englischer Bitterorangen-Tradition und deutscher Erdbeerkonfitüre steht sie klar auf der herben Seite. Wer einen milden, süßen Frühstücksaufstrich erwartet, wird diese Marmelade als zu herb empfinden. Für Kinder, die Erdbeerkonfitüre gewohnt sind, ist sie selten die richtige Wahl — die greifen morgens besser zu einem milden Wildblütenhonig aus Sizilien.

Säure ist Würze, vom Frühstück bis zum Ofenhuhn

In der Küche arbeitet die Zitronenmarmelade wie ein Würzmittel. Ihre Säure hebt Süßes an, gleicht Fett aus und gibt herzhaften Gerichten Kontur. Zum Frühstück gehört sie auf krosses Weißbrot oder eine Scheibe Brioche, gern über kühlen Ricotta gestrichen. Der cremige Frischkäse fängt die Säure auf, ohne sie zu verdecken. Auf gesalzener Butter entsteht ein Dreiklang aus Fett, Salz und Säure — mehr braucht ein gutes Brot nicht.

Beim Backen füllt ein Glas eine klassische Crostata: Mürbeteig ausrollen, 200 g Marmelade darauf verstreichen, Teiggitter darüber, 35 Minuten bei 180 °C. Herzhaft glasiert sie Geflügel — zwei Esslöffel mit Olivenöl und einem Zweig Rosmarin verrühren, Hähnchenschenkel in den letzten zehn Minuten bestreichen. Die Säure karamellisiert dabei zu einer glänzenden, süß-herben Kruste.

Für den Aperitif reichen fünf Minuten: Crostini mit Ricotta, ein halber Teelöffel Marmelade, schwarzer Pfeffer darüber. In der Schmorpfanne verwandelt ein Löffel geschmorten Fenchel oder Schalotten in ein Agrodolce — jenes süß-saure Prinzip, das die sizilianische Küche seit Jahrhunderten prägt.

Ein Teelöffel über Vanilleeis macht aus zwei Zutaten ein Dessert mit Spannung. Für ein schnelles Dolce rühren Sie zwei Esslöffel unter 250 g Mascarpone und schichten die Creme mit zerbröselten Cantucci.

Gut zu wissen: Auf etwa 40 °C erwärmt, wird die Marmelade dünnflüssig und lässt sich als Glasur über Zitronenkuchen oder Ofengemüse ziehen. Frische Zitronen ersetzt sie allerdings nicht — wo ein Rezept puren Saft verlangt, ist sie wegen ihres Zuckeranteils nicht geeignet.

Zitronenkultur aus Trapani, eingekocht wie bei den Großeltern

Antica Bottega Siciliana ist keine Fabrik, sondern eine Kuratoren-Marke aus Trapani. Salvatore Novara bündelt dort Erzeugnisse kleiner sizilianischer Produzenten unter einem Dach. Trapani kennt man für Salzgärten und Wein — die Zitronenhaine der Umgebung blieben lange ein Wissen der Einheimischen.

Die Zitronen für dieses Glas wachsen in den Hügeln des Trapanese, im äußersten Westen der Insel. Sie werden von Hand gepflückt, gewaschen, geschält und halbiert. Anschließend kocht die Pulpe mit Zucker im Topf ein — nach einem Rezept, das die Erzeuger von ihren Großeltern übernommen haben.

Mehr Schritte gibt es nicht, und genau darin liegt die Kunst: Wo nichts zugesetzt wird, muss die Frucht selbst überzeugen. Haltbar gemacht wird allein über Zucker und Kochzeit — so arbeitete die Insel, lange bevor jemand Etiketten druckte. Jede Charge schmeckt deshalb minimal anders — ein Merkmal, kein Makel.

Dass Sizilien überhaupt Zitronenland ist, verdankt die Insel arabischen Agronomen. Sie brachten die Frucht im 9. Jahrhundert mit — samt Bewässerungskanälen, die aus trockenen Hängen ertragreiche Haine machten. Diese ummauerten Zitrusgärten heißen bis heute Giardini, Gärten, als wären sie Schmuckstücke und keine Landwirtschaft. Wer im Frühjahr durch Westsizilien fährt, riecht die Blüten oft, bevor er die Bäume sieht.

Auch der Sortenname erzählt diese Geschichte weiter: Zagara, das sizilianische Wort für die Zitrusblüte, geht auf das arabische Zahr zurück. Die Zagara Bianca ist nach ihren weißen Blüten benannt und blüht in mehreren Wellen über das Jahr. Die Winterernte gilt dabei als die aromatischste. Dass der Aufstrich ohne Geliermittel bindet, liegt an der Frucht selbst. Zitronenschale zählt zu den pektinreichsten Zutaten der Küche. Beim Kochen löst sich ihr Pektin und bindet die Masse auf natürlichem Weg.

Kantige Frucht statt geschliffener Süße, auch als Geschenk

Diese Marmelade verzichtet auf alles, was Industrieware rund schleift. Keine zugesetzten Aromen, keine Verdickungsmittel, keine auf Massengeschmack getrimmte Süße. Übrig bleibt eine Frucht, die so schmecken darf, wie sie gewachsen ist — kantig, hell, sizilianisch. Wer es runder und sanfter mag, findet in der Orangenmarmelade desselben Hauses die mildere Schwester.

Als Geschenk passt das Glas dorthin, wo eine Flasche Wein zu erwartbar wäre: in den Frühstückskorb, als Mitbringsel zum Einzug, neben ein Stück Pecorino. Mit weiteren Spezialitäten aus der Kollektion von Antica Bottega Siciliana wird daraus ein kleines sizilianisches Paket. Dazu eine Karte mit einem Rezept — die Crostata von oben etwa — und aus dem Glas wird eine Einladung. Das 220-g-Glas reicht dabei weiter, als man denkt: Säure ist ergiebiger als Süße.

Bringen Sie die klare Säure des sizilianischen Sommers an Ihren Frühstückstisch — und lernen Sie Marmelade neu kennen: als Frucht, nicht als Zuckerwerk.


Nährwertangaben

Nährwertangaben je

100g / ml

Alkoholgehalt

Alkoholgehalt

% vol

Zutaten

Zutaten

Zitronenpulpe (56,66%), Zucker (33,33%), Zitronenschale

Allergene

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